LiteraturFest Nantesbuch
24.-26. September 2021

Pressemitteilung 15.09.2021
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Neu aufgesetztes Festival im Bayerischen Voralpenland

Matthias Brand, Thea Dorn, Anna Thalbach, Sten Nadolny, Sharon Dodua Otoo, Jonas Eika oder Stefanie Sargnagel: internationale Autorinnen und Autoren, Interpreten und Experten treffen sich auf dem Landwirtschaftshof in Nantesbuch für drei Tage rund um das Thema Mündlichkeit in der Literatur.

Nantesbuch, 14. September 2021 – zum Saisonhöhepunkt in Nantesbuch wird der Kulturort vom 24. bis 26. September im fünften Jahr zum Schauplatz eines großen Literaturfestivals, das zu diesem Anlass einen frischen grünen Anstrich bekommt.

Aus dem bisherigen Moosbrand Literatur- und Musikfest wird das LiteraturFest Nantesbuch. Der neue Name steht für viele Neuerungen. So wandert das Festival auf dem Gelände der Stiftung Kunst und Natur vom Langen Haus im Hofgut Karpfsee auf den Hügel des heutigen Wirtschaftshofs, Gut Nantesbuch. Von diesem landwirtschaftlich geprägten Ort aus führen literarische Spuren in die umgebende Voralpenlandschaft. In Stall, Scheune, Garten oder auf der Wiese – Mitten in den ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden, aber auch mitten in der Landschaft ist zeitgenössische Literatur in allen ihren Ausprägungen erlebbar. Der Hof Nantesbuch wird für drei Tage zur Agora für die Begegnung von Autorinnen und Autoren, Literaturwissenschaftlern, Interpreten und Musikern, die hier live unterschiedlichste Positionen austauschen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktueller Literatur, Medien und Debatten.

Es gilt das gesprochene Wort

Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals steht das Thema der Mündlichkeit, das unmittelbare Sprechen und Hören in der Literatur. Sprachnachrichten, Podcasts, Audiofiles … Es scheint, als erlebten wir bei allen technischen Errungenschaften in der langen Tradition der Schriftlichkeit derzeit eine Renaissance des gesprochenen Wortes – einen Aufbruch in neue Welten sinnlicher Kommunikation, und zugleich ein Rückgriff auf die allerälteste Form des Geschichtenerzählens, den Anfang aller Literatur: die mündliche Rede.

Kurator Hans von Trotha hat ein internationales Programm mit erlesenen Gästen zusammengestellt, die aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit diesem Phänomen umgehen: Thea Dorn hinterlässt einen Text, der – unmittelbar nach der Lesung vernichtet – nur akkustisch weiterexistieren wird. Sie, Matthias Brandt und Marcel Beyer lesen persönlich aus ihren jüngsten Werke. Der Poetry Slammer Dalibor Marković vereint Literatur, Rhythmus und Musik mit dem Elektro-Duo Psycho & Plastic. Der Radio-Veteran und Schnellsprecher Jürgen Kuttner entführt mit Audio- und Videoschnipseln in die literarische und reelle Landschaften, während Sten Nadolny und Tilman Spengler über die Entdeckung der Langsamkeit in Sprache und Landschaft reflektieren. Newcomer wie Stefanie Sargnagel, Sharon Dodua Otoo oder der dänische Autor Jonas Eika geben Einblick und diskutieren über ihre oft streitbaren jüngsten Werke. In Expertengesprächen erörtern Thomas Macho, Bénedicte Savoy und Eva Ehninger die Rückkehr zur Mündlichkeit, während Roman Neumann, Wiebke Poromka und Jürgen Kuttner den Podcast thematisieren und dabei live produzieren. Christian Schultheisz baut Mikrofone aus Baumarktteilen und liest mit Streicherbegleitung vom Rodin-Quartett aus seinem Romandebüt während die Lyriker Kaveh Akbar (Iran), Volha Hapeyeva (Belarus) und Leo Pinke (Deutschland) in Live-Autorenlesungen ihre Gedichte in einem Lyrik-Karussell kreisen lassen. Zum Höhepunkt am Samstag Abend lesen Anna Thalbach und Daniel Sträßer (Tatort)* aus T.C. Boyles jüngsten Erzählungen „Sind wir nicht Menschen“. Der Schweizer Klangkünstler Marcus Maeder lässt dabei Landschaftssounds aus Nantesbuch erklingen, die er im Rahmen seines künstlerischen Forschungsprojekts *posterity auch via Piratenradio in den Äther schickt.

Da die landwirtschaftlichen Räumlichkeiten als Spielort viel Platz bieten, bestehen derzeit noch Kartenkapazitäten für das LiteraturFest. Alle Besucher haben jedoch auch die Möglichkeit, das Festival mit Landschaftsradio auch per Kopfhörer zu erleben, während sie die besondere Atmosphäre auf dem Gelände im Freien genießen.

24.-26. September 2021 – LiteraturFest Nantesbuch
Es gilt das gesprochene Wort – Dreitägiges Autorentreffen rund um das Thema Sprechen und Hören in der Landschaft Nantesbuchs – mit Thea Dorn, Matthias Brandt, Stefanie Sargnagel, Jonas Eika, Sharon Dodua Otoo, Christian Schulteisz, Jürgen Kuttner, Marcel Beyer, Anna Thalbach, Daniel Sträßer, Psycho & Plastic, Rodin Quartett, Marcus Maeder, Saskia Groneberg u.v.a.
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Das Programm

LiteraturFest Nantesbuch 2021 – Programmheft
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Im Einzelnen


Fr, 24. September

READINGS & SLAMS

17.30 Uhr
Eröffnung und Vernissage Kunstinstallationen von Marcus Maeder und Saskia Groneberg

19.15 Uhr
Blackbird – Matthias Brandt liest aus seinem Roman
in der Einstellhalle

21.15 Uhr
Poetry Slam – Dalibor Marković live in Perfektion
begleitet vom Elektro-Duo Psycho & Plastic
in der Einstellhalle

anschließend legen Psycho & Plastic auf

35 € / red. 25 € / im Landschaftsradio 10 €


Samstag, 25. September – tagsüber
LECTURES & LYRICS

Prall gefüllter Literatur-Tag mit Gehörtem und Gelesenem, vieldiskutierten und unveröffentlich-ten Texten, mit Gesprächen über das Mündliche, gebastelten Mikrofonen und geschnipselten Vi-deos. Und mit viel Lyrik im Karussell. Parallel-Veranstaltungen zur Auswahl!

12.30 Uhr
Lichtung – Thea Dorn im Gespräch mit Hans von Trotha
Pfisterberg

Ab 12.30 Uhr
Lichtung von Thea Dorn
Audiostück, gelesen von der Autorin und produziert von Roman Neumann
Pfisterberg per Kopfhörer, 30 min, Dauerschleife

12.30 Uhr
Adas Raum – Sharon Dodua Otoo liest aus ihrem vieldiskutierten Roman, anschl. Gespräch
in der Scheune

12.30 Uhr
Marcel Beyer liest veröffentlichte und unveröffentlichte Texte
im Garten Bellevue

14.00 Uhr
Die Rückkehr der Mündlichkeit – Kulturwissenschaftliche Betrachtungen
Kurzvorträge und Gespräche mit Thomas Macho, Bénédicte Savoy und Eva Ehninger
in der Einstellhalle

14.00 Uhr / 14.30 Uhr / 15 Uhr / 15.30 Uhr / 16.00 Uhr
Lyrikkarussell
Live-Autoren-Lyriklesungen mit Kaveh Akbar (Iran – live zugeschaltet, in engl. Sprache),
Volha Hapeyeva (Belarus) und Leo Pinke (Deutschland)
am Permagarten / Naturbühne / Garten Bellevue

15.30 Uhr
„Ich seh keine Landschaft, ich seh nur Gegend“ – Videoschnipsel-Vortrag von Jürgen Kuttner
in der Scheune

15.30 Uhr
Trost: Briefe an Max – Thea Dorn liest aus ihrem Briefroman, anschl. Gespräch
in der Einstellhalle

17.00 Uhr
Der Podcast
Gespräch mit Roman Neumann, Wiebke Porombka und Jürgen Kuttner
dazu baut Christian Schulteisz ein Mikrofon aus Bauteilen aus dem Baumarkt
in der Scheune

17.00 Uhr
Jonas Eika, Nach der Sonne. Erzählungen
Shenja Lacher liest aus „Nach der Sonne“ in Anwesenheit des Autors, anschließend Gespräch (engl) in der Einstellhalle

45 € / red. 35 € / (Landschaftsradio an diesem Tag für alle inkludiert)


Samstag, 25. September – abends

SOUNDS & STORIES

Sind wir nicht Menschen: Daniel Sträßer und Anna Thalbach lesen aus T.C. Boyles jüngsten Stories, in denen sich die Natur Stück für Stück zurückholt, was die Menschen erobert zu haben glauben. Dazu Klänge, die Marcus Maeder aus den Sounds von Nantesbuch komponiert hat und gute Musik zum Ausklang

20.30 Uhr
Sind wir nicht Menschen – Daniel Sträßer und Anna Thalbach lesen aus T.C. Boyles Erzählungen 2020 - mit Musik von Marcus Maeder
(Besetzungsänderung: Daniel Sträßer liest anstelle von Wotan Wilke-Möhring)

anschließend legt Marcus Maeder auf
in Einstellhalle und Hof

30 € / red. 20 € / im Landschaftsradio 10 €


Sonntag, 26. September
WALKS & TALKS

Literarisches Generationentreffen auf dem Hügel von Nantesbuch: Die Altmeister Sten Nadolny und Tilman Spengler begegnen jungen und wilden Autoren wie Stefanie Sargnagel und Christian Schulteisz samt musikalischer Unterstützung vom Rodin Quartett. Dazu ein ungewöhnli-cher literarisch-musikalischer Ausflug mit Jürgen Kuttner.

ab 10.30 Uhr
"In Zeiten des Verrats sind die Landschaften schön" (Heiner Müller)
Jürgen Kuttner schickt die Gäste mit einem ungewöhnlichen Soundtrack in die Land-schaft; musikalisch-literarische Audio-Installation per Kopfhörer

10.30 Uhr
Die Entdeckung der Langsamkeit, der Sprache und der Landschaft – Sten Nadolny und Tilman Spengler in Lesung und Gespräch
in der Einstellhalle

12.30 Uhr
Dicht – Stefanie Sargnagel liest aus ihrem Roman
in der Einstellhalle

14.30 Uhr
Wense – Christian Schulteisz liest aus seinem Romandebüt
mit Kammermusik von Ildebrando Pizzetti, interpretiert vom Rodin Quartett
in der Einstellhalle

Ende gegen 16.00 Uhr
35 € / red. 25 € / im Landschaftsradio 10 €


Veranstaltungsort:
Stiftung Kunst und Natur Nantesbuch, Karpfsee 12, 83670 Bad Heilbrunn

www.kunst-und-natur.de

Medienpartner des LiteraturFests Nantesbuch: Deutschlandfunk Kultur