Ars Electronica Futurelab (Peter Holzkorn, Nicolas Naveau, Anna Weiss), Corpus Corax, 2025, interaktive Installation, KI © Foto: Anna Weiss
Mit: Ars Electronica Futurelab (Peter Holzkorn, Anna Weiss, Nicolas Naveau), Joshua Bonnetta, Marek Brandt, Michelle Cheng, Catherine Clover, CMUK, Marcus Coates, Izabela Dłużyk, Emily Doolittle, Fevered Sleep, Ariel Guzik, Alice Q. Hargrave, Michaela Harrison, Olga Karlíková, Tuomas A. Laitinen, Alexander Liebermann, NEOZOON, David Rothenberg, Leena Saarinen, Abigail Sanders, Yiou Wang, Chris Watson, William Wegman, Jana Winderen, Ylla sowie Musik und zahlreichen Tierstimmen
Eine Amsel ruft und warnt damit andere. Fischlarven folgen dem Klang von Korallenriffen. Eine Fledermaus tastet mit ihrer Stimme die Umgebung ab. Klang ist in der lebendigen Welt nie bloß Geräusch. Wo Lebewesen einander hören, entsteht eine Beziehung: Nähe oder Abstand, Einladung oder Abwehr. Klang ist nicht der Hintergrund, vor dem sich das Leben abspielt. Er ist eine seiner Grundformen.
Die Stimmen anderer Tiere werden zunehmend übertönt – von Motoren, Schiffsschrauben, Infrastruktur. Tierstimmen. Kontakt durch Klang verschiebt die Aufmerksamkeit weg vom menschengemachten Lärm, hin zu dem, was darunter weiterklingt: an Land und unter Wasser, über den ganzen Planeten verteilt. Die Ausstellung versteht Tierstimmen dabei weder nur als biologische Signale noch allein als schöne Naturphänomene, sondern als Ausdruck eines Zusammenlebens, das über das Menschliche hinausreicht. Musik, Klang und Rhythmus werden in dieser Ausstellung als Brücken zwischen den Arten sichtbar – als gemeinsame Ebene, über Artengrenzen und verschiedene Lebenswelten hinweg.
Der Untertitel der Ausstellung Kontakt durch Klang benennt kein Ergebnis, sondern ein Vorhaben. Und wichtiger als die Antwort ist das Lauschen selbst.
Konzeptuell positioniert sich die Ausstellung zwischen Kunst, Naturwissenschaft und aktuellen philosophischen Debatten. So lädt der Begriff des Phonocène (nach der Philosophin Vinciane Despret, 2020) dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu justieren und im Hinhören neue Formen des Zusammenlebens zu entdecken. Parallel dazu bricht Pauline Oliveros’ Konzept des Deep Listening aus den 1970er Jahren das klassische, passive Hören auf. Es begreift das Lauschen als umfassende, meditative und performative Praxis, die alle inneren und äußeren Dimensionen des Klangs einbezieht – und das Publikum zu aktiven Mitgestalterinnen und Mitgestaltern macht.
Dieses Lauschen über das Menschliche hinaus bedeutet weit mehr als ein rein akustisches Erlebnis: Es fordert uns auf, andere Lebensweisen, Perspektiven und Bedürfnisse anzuerkennen – oder sie überhaupt wahrzunehmen. Die Ausstellung lädt dazu ein, stiller zu werden, das eigene Senden zu pausieren und sich für die Botschaften einer vielstimmigen Erde zu öffnen.
Ylla, Kamel, 1936, Fotografie © Pryor Dogde, Foto: Ylla
Einblicke in die Ausstellung
In sechs Kapiteln folgt die Ausstellung einer Bewegung der Annäherung. Sie beginnt mit dem Anstimmen – mit Yllas (1911–1955) Tierfotografien aus den 1930er Jahren, die Tiere im Moment des Lautgebens zeigen, und mit Klanglandschaften, die Joshua Bonetta (* 1979), Izabela Dłużyk (* 1989) und Chris Watson (* 1953) im Voralpenland, in einem europäischen Urwald und in der Kalahari-Wüste aufgenommen haben. Sie laden dazu ein, sich dem Konzert der lebendigen Welt lauschend zu öffnen.
Im Kapitel Ansprechen kehrt sich die Richtung um. Ariel Guzik (* 1960) senkt eigens gebaute Unterwasser-Klanginstrumente vor die Küsten, um Walen zu begegnen; Fevered Sleep lässt Schaf, Schwein und Ziege mit tanzenden und musizierenden Menschen zusammentreffen; CMUK und Marek Brandt (* 1970) musizieren für Tiere und mit Tieren. Leena Saarinen (* 1988) baut Lockpfeifen, die Tierstimmen imitieren. Der Mensch ruft hinüber – und wartet. Hörstationen mit Aufnahmen von David Rothenberg (* 1962), Abigail Sanders (* 1987), Roger Payne (1935–2023) und Michaela Harrison erweitern das Feld um weitere im wahrsten Sinne ozeanische Perspektiven. Die Hornistin Abigail Sanders (* 1987) transkribiert und spielt Buckelwalgesänge – am 29. Januar 2027 auch live in der Erlöserkirche zu hören (siehe auch die Hinweise zum Programm am Ende der Pressemitteilung).
Der folgende Teil Übersetzen … und doch anders verstehen erkundet mit zwei Projekten spielerisch-spekulativ, was Übersetzen zwischen den Arten bedeuten kann. Der KI-gestützte Raben-Übersetzer Corpus Corax des Ars Electronica Futurelab lädt die Besuchenden ein, sich in eine Verständigung hineinzudenken, die es so (noch?) nicht gibt. Yiou Wangs (* 1996) VR-Arbeit Batopia lässt sie als Fledermaus durch eine Welt fliegen, in der Klang Orientierung bietet. Thomas Nagels berühmte Frage „Wie ist es, eine Fledermaus zu sein“, wird hier erfahrbar – samt der Antwort, die der Philosoph gab: Wir können es nicht wissen. Das Kapitel erprobt Technik als Brücke: einmal als Übersetzung, die Verständigung zwischen den Arten durchspielt, einmal als körperliches Versetzen in eine andere Weltwahrnehmung. Beide Wege führen zu derselben Einsicht: Übersetzen bedeutet immer auch anders verstehen.
Nach diesem Ausflug an die Grenzen der Verstehbarkeit folgt die Gegenbewegung: Nachahmen und darstellen. Nicht Verstehen, sondern Mitschwingen steht hier im Zentrum – Einfühlung als Erkenntnisform, mit demselben ungeklärten Ausgang. Tierlaute werden in Zeichnung und Notation übertragen, mit Stimme und Körper nachvollzogen, in Musik verwandelt. Die zeichnerischen Notationen Olga Karlíkovás (1923–2003) verwandeln Schall in Bild, William Wegmans (* 1943) Video Growl bringt Mensch und Hund mimisch-akustisch zu einer Einheit und Leena Saarinens Etudes pour les oiseaux verwickeln die Besuchenden in ein komplexes Geflecht aus Lauschen, Nachahmen und Interpretieren. Hörbeispiele aus drei Jahrhunderten mit Werken von Emily Doolittle (von 1999), Athanasius Kircher (von 1650) und Olivier Messiaen (von 1958) laden dazu ein, Vögel als musikalische Lehrmeister zu entdecken. Und Marcus Coates (* 1968) wird in A Guide to the British Non-Passerines dank Videotechnik stimmlich selbst zum Vogel.
Dann bricht der Klang. Verstummen spürt jenen Stimmen nach, die es nicht mehr gibt oder bald nicht mehr geben wird – dem Ruf des ausgestorbenen Kauaʻi ʻŌʻō, den bedrohten Vogelstimmen in Alice Hargraves (* 1962) Last Calls – Pink Noise. Während wir noch versuchen, Kontakt aufzunehmen, verschwindet das Gegenüber. Wenn Tierarten verschwinden, sind nicht nur ihre Stimmen nicht mehr zu hören – mit ihnen gehen Beziehungen und Wahrnehmungsweisen unwiederbringlich verloren.
Der letzte Raum – der Epilog – entzieht der Ausstellung schließlich ihr eigenes Medium. Tuomas A. Laitinens (* 1976) Arbeiten (u.a. das Video Haemocyanin) führen jenseits der Klänge zu Oktopussen – also Wesen, deren Welt sich kaum über Schall erschließt. Unsere Konzentration auf das Hörbare entpuppt sich als menschlicher Filter – wir erkennen oft nur an, was unseren eigenen Sinnen gleicht. Dieser offene Ausblick will Fragen aufwerfen: Wie können wir über den Klang hinausgelangen? Wie können wir auch jene Sprachen als bedeutungsvoll begreifen, die ganz anders funktionieren als die menschlichen? Wie können wir die Grenzen unserer Wahrnehmungs- und Vorstellungskraft erweitern?
Kuratiert wurde die Ausstellung aus zwei Perspektiven, jeweils mit dem Fokus auf Human-Animal Studies. Jessica Ullrich bringt die kunsthistorische, Martin Ullrich die musikwissenschaftliche Expertise ein. Diese Dopplung eröffnet neue Sicht- und Hörweisen: Musik, Klang und Rhythmus werden als Brücken zwischen den Arten sichtbar – als gemeinsame Ebene, die Kontaktmomente schafft, über Artengrenzen und verschiedene Lebenswelten hinweg.
Jessica Ullrich ist Vertretungsprofessorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Kunstakademie Münster. Zuvor lehrte sie Animal Studies an der FAU Erlangen-Nürnberg und Kunstgeschichte an der UdK Berlin. Sie hatte Lehraufträge und Gastprofessuren in Berlin, Frankfurt/Main, Flensburg, Graz und São Paulo. Tiere in der Kunst und die damit verbundenen ästhetischen, philosophischen, ethischen und ökologischen Diskurse stehen im Zentrum ihrer Forschung. Sie ist Herausgeberin der Reihe Tierstudien im Neofelis-Verlag.
Martin Ullrich ist Professor für Interdisziplinäre Musikforschung mit Schwerpunkt Human-Animal Studies an der Hochschule für Musik Nürnberg. Zuvor war er Professor an der UdK Berlin und Präsident der HfM Nürnberg. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Rolle von Musik und Klang für Tiere und in Mensch-Tier-Beziehungen. Er ist Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte der Zeitschriften Tierstudien und Humanimalia und der Buchreihen Cultural Animal Studies und Interdisziplinäre Tierethik.
Magazin zur Ausstellung
Das reich bebilderte Magazin zur Ausstellung erweitert und vertieft die Themen mit Interviews, Essays, Lyrik, Literatur – und Übungen aus dem Feld des Deep Listening. Mit Texten von Roland Borgards, Karsten Brensing, Ted Chiang, Vinciane Despret, Emily Doolittle, Ursula K. Le Guin, Eva Meijer, Tom Mustill, Mary Oliver, Cord Riechelmann, Holger Schulze und anderen.
Herausgegeben von Kathrin Meyer, Jessica Ullrich und Martin Ullrich, Gestaltung: Rimini Berlin
ISBN 978-3-945674-16-1; 20 Euro. An der Museumskasse erhältlich.
Abigail Sanders, Sounding Whales © Abigail Sanders
Walklänge mit der Hornistin Abigail Sanders in der Erlöserkirche, ein Soundwalk im Schlosspark sowie thematische Konzerte für Erwachsene und Kinder erweitern die Ausstellung um die faszinierende Welt tierlicher Klänge. Es wird gegackert, gegrunzt und gebrummt. Ein interaktiver Vortrag mit Quiz und Hörbeispielen vermittelt spannende Fakten über Tierstimmen in Klangkunst und Musik. Andere Veranstaltungen laden dazu ein, bewusst langsamer zu werden und den Moment mit allen Sinnen zu erleben. So entstehen vielfältige Gelegenheiten zum Innehalten, Lauschen und Genießen – es entstehen neue Begegnungen durch Klang.
Ein Blick ins Programm:
Die Philosophin Antonia Ulrich kommt mit ihrem Soundwalk „Hearing animals“ (Sonntag, 27.9.26, 9.30-11 Uhr) am Sonntagmorgen in den Schlosspark. Kleine Übungen schulen uns beim Spaziergang, Tiere und Natur bewusster wahrzunehmen.
Martin Ullrich, Musikwissenschaftler und einer der Kuratoren, liefert bei seinem interaktiven Vortrag „Buckelwal und Nachtigall“ (Freitag, 23.10.26, 19–21 Uhr) Fakten, Sounds und ein Quiz zu Tierstimmen in Musik und Klangkunst.
Der unterhaltsame Abend Apéro & Kunst (freitags, 30.10. und 4.12.26, jeweils 18–20 Uhr) lädt zu einem entspannten Start ins Wochenende ein – mit Zeit für Kunst und Gespräche.
Das am Dottenfelderhof in Bad Vilbel ansässige Ensemble „Musikalisches Beikraut“ überrascht unter dem Titel „Con Anima“ (Mittwoch, 11.11.26, 19 Uhr) mit einem tierlich-musikalischen Konzert, es wird gezwitschert, gegrunzt und gegackert. Klassik und Soundrecordings vom Hof versprechen ein einmaliges Konzerterlebnis.
Die Philosophin und Lyrikerin Miriam Ysa Calista lädt an drei Abenden zum „Langsam werden am Abend“ (dienstags, 24.11.26, 12.1., 2.2.27, jeweils 19–20.15 Uhr) ein. Mit „Lauschen“, „Ansprechen“, „Antworten“ steht jeweils ein anderes Thema im Mittelpunkt, und bietet Zeit, jenseits des Alltags, mit sich und anderen Tieren näher in Resonanz zu kommen.
Das Kinderkonzert „Eine tierische Reise“ (Samstag, 12.12.26, 11 Uhr) nimmt 3 bis 7-jährige Kinder und ihre Begleitpersonen mit in die Klangwelt der Tiere. Sylvia Demgenski und Mónica Ricón gestalten mit Cello und Harfe ein musikalisches Abenteuer im Saal der Marienkirche Bad Homburg.
Ein besonderer Konzert-Höhepunkt ist, wenn die Musikerin Abigail Sanders für Horn transkribierte Walgesänge in der Erlöserkirche präsentiert. Die meditativen Klänge werden beim Konzert „Sounding Whales – Die Klangwelt der Tiere“ (Freitag, 29.1.27, 19.30 Uhr) ergänzt um Kompositionen von George Crumb und Olivier Messiaen, gespielt vom Noctiluca Trio mit Studierenden der Hochschule für Musik Nürnberg. Kurator Martin Ullrich führt in die Stücke ein.
Tickets: tickets.museum-sinclair-haus.de
Tierstimmen hören, ihnen nachspüren und mit ihnen in Resonanz treten – das Begleitprogramm zur Ausstellung Tierstimmen. Kontakt durch Klang eröffnet vielfältige Zugänge zu Kunst, Natur und Klang. Führungen, Workshops, Konzerte, philosophische Streifzüge und Mitmach-Angebote laden dazu ein, die Ausstellung immer wieder neu zu erleben. Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene begegnen Tierstimmen dabei nicht nur im Museum, sondern auch im Freien, im Altersheim und im Atelier. Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft treten miteinander in einen Dialog und eröffnen überraschende Perspektiven auf das Hören als Form der Begegnung.
Wie lässt sich die Welt über das Hören neu entdecken? Wie klingen die Stimmen anderer Tiere – und wie nehmen wir sie wahr? Familien, Kinder ab 3 Jahren und Erwachsene werden eingeladen, hörend, forschend und kreativ die Ausstellung zu entdecken. Ob Risografie-Druck, Zeichnen zu Klängen oder im Dialog – in familiärer Atmosphäre und in kleinen Gruppen laden wir ein, den Alltag hinter sich zu lassen und „Tierstimmen“ in der Kunst, im Atelier und im Freien mit allen Sinnen zu erkunden.
Ein Blick ins Programm:
Bei freiem Eintritt kann am Tierstimmen-Gewimmel-Tag (Samstag, 26.9.26) die Ausstellung aktiv an einer Mitmach- und Frag-Mich-Station (13.30–17.30 Uhr) erkundet werden. Das Freiluft-Atelier bietet bereits am Vormittag (11–16 Uhr) beim Familienfest auf dem Kurhausvorplatz kreative Aktionen unter freiem Himmel an.
Der Vogelexperte und Musiker Dominik Eulberg teilt sein Wissen über Tierklänge. Gemeinsam mit Museumsdirektorin Kathrin Meyer lädt er zur Erkundungstour ein (Dienstag, 29.9.26, 19–21 Uhr) im Freien und in der Ausstellung. Der Abend klingt bei einem Getränk aus.
Geschichten hinter den Werken können Jessica Ullrich und Martin Ullrich bei ihrem Rundgang (Sonntag, 13.12.26, 11.30 Uhr) erzählen. Als Spezialisten auf dem Gebiet „Human-Animal Studies“ in der Kunst und in der Musik, stellen sie die Ausstellung vor.
Draw & Drink (Do, 24.9.26, 28.1.27, jeweils 19–20.30 Uhr) richtet sich an alle, die ohne Vorwissen Lust auf künstlerisches Ausprobieren in lockerer Atmosphäre haben. Gezeichnet wird sowohl in der Ausstellung als auch im Atelier des Museums, wo Getränke bereitstehen.
3 Werke. 1 Drink (donnerstags, 1.10., 5.11., 3.12.26, 7.1., 4.2.27, jeweils 19.30 Uhr) ist gedacht für alle, die auch mit wenig Zeit Kunst erleben und sich in entspannter Atmosphäre inspirieren lassen möchten. Jeweils am 1. Donnerstag im Monat werden in 30 Minuten drei ausgewählte Werke vorgestellt. Im Anschluss bleibt Zeit für Gespräche bei einem Getränk und für eigene Entdeckungen in der Ausstellung.
Der Kunstabend „Kopfstand!“ (Freitag, 27.11.26, 19–20.30 Uhr) bringt neue Perspektiven mit: Mitmach-Stationen regen an, die Kunstwerke spielerisch und durchs eigene künstlerische Tun kennenzulernen. Ein Abend von und mit Studierenden der Kunstpädagogik (Uni Frankfurt). Lockerer Ausklang mit Musik und Getränken im Atelier des Museums.
Die Führung „Begegnungen im Klang“ (Freitag, 22.1.27, 18–19.30 Uhr) verbindet Kunst und Spielen: Assistenzkuratorin Sophie Olivotto erläutert ausgewählte Kunstwerke und lädt mit spielerischen Interventionen die Teilnehmenden gemeinsam ein, genauer hinzuhören, zu rätseln, und zu tönen. Ein unterhaltsamer Abend für alle, die Lust auf Begegnung haben.
Das Blattwerke-Ideenheft „Tierstimmen“ bietet Anregungen zum genauen Zuhören und Hintergrundwissen zu Kunstwerken der Ausstellung. Es versammelt kreative Übungen und künstlerische Experimente, die in Schule, Bildungsarbeit oder auch zuhause Anregungen für die eigenen Auseinandersetzung mit Tierstimmen geben. Eine Ideensammlung auf 40 Seiten, wie wir mit den anderen Lebewesen um uns herum in Kontakt kommen können. Die künstlerischen Illustrationen von Sandra Beer machen das Ideen-Heft zur Inspirationsquelle. (8 Euro an der Museumskasse und kostenfrei als Download: museum-sinclair-haus.de/blattwerke).
Workshops & Ferienkurse für Kinder
Bei der Kunst-Werkstatt im Atelier können Kinder ab 6 Jahren jeden Dienstag (22.9.26–2.2.27, 15.30–17 Uhr) mit Tierstimmen künstlerisch experimentieren und unterschiedliche Techniken kennenlernen. Dies geschieht in der Ausstellung und im Atelier bei praktischen und spielerischen Übungen.
Beim Herbstferienkurs (12.-16.10.26, 9–15.30 Uhr) lernen Kinder von 7 bis 13 Jahren Tierstimmen und ihre Klänge kennen und erproben unterschiedliche künstlerische Zugänge in Kunst und Musik, im Museum, im Atelier und im benachbarten Schlosspark.
Führungen für Kinder und Familien
Das „Kunstküsschen: Hallo Tiere“ (5.12.26 und 30.1.27, jeweils 10.30–12 Uhr) bietet einen Raum für die Allerkleinsten (3 bis 5 Jahren) und ihre Begleitpersonen. Erste sinnliche Erfahrungen mit Kunst und Tierklängen werden gesammelt. Die Familienführungen (1.11., 6.12.26, 3.1., 4.2.27, jeweils 11.30 Uhr) richten sich an Kinder ab 6 Jahren mit ihren Eltern und Begleitpersonen. Im gemeinsamen Gespräch – mal fragend, mal philosophierend – lernen Kinder unterschiedliche Tiere besser kennen.
Führungen für Erwachsene
Die Sonntagsführungen sowie die Rundgänge mit den Ausstellungsmachern (sonntags, 11.30 Uhr) geben einen Überblick über die Kunstwerke und das Ausstellungsthema und bieten Raum für Fragen der Teilnehmenden, sowie Geschichten hinter den Werken an. Auch Kunsthistoriker Pascal Heß eröffnet bei seinen Rundgängen (Freitag, 6.11.26, 17 Uhr; Sonntag, 22.11.26, 11.30 Uhr) neue Sichtweise auf die Kunstwerke. In den Philosophischen Streifzügen denkt Dr. Stefan Scholz über philosophische Aspekte der Ausstellung (Do, 22.10 und 29.10.2026, jeweils 17 Uhr) nach und regt zum Weitersinnieren ein.
Workshops für Erwachsene
„Plaudern mit Tieren“ heißt der Kunstkurs für Erwachsene (donnerstags, 5.11.-10.12.26, 18–20.30 Uhr) mit Astrid Kemper, für alle, die Lust haben, sich intensiver mit kreativen Techniken und Tierstimmen auseinanderzusetzen.
Die Schriftstellerin Saskia Hennig von Lange kommt mit ihrem Schreibworkshop „Lauschen, Antworten, Schreiben“ (Mi, 18.11.26, 19–21.30 Uhr und Samstag, 21.11.26, 10–12.30 Uhr) gleich zweimal in die Ausstellung. Angeregt von den Kunstwerken entstehen eigene Texte, Übungen und wertschätzendes Feedback erweitern die eigene Schreibpraxis.
Der Risografie-Workshop „Zwitschern, Brüllen, Drucken“ (Freitag, 15.1.27, 18–20.30 Uhr und Samstag, 16.1.27, 14-18 Uhr) richtet sich insbesondere an junge Erwachsene – Maike Häusling vermittelt die farbigen Druckmöglichkeiten auf Reisfarbebasis.
Weitere Angebote der Kulturellen Bildung für Gruppen aus (Hoch)-Schule, Kita und Senioreneinrichtung finden Sie hier:
In drei Folgen begleitet der Podcast Art’n’Vielfalt die Ausstellung „Tierstimmen. Kontakt durch Klang“. Podcast-Host Marilena Berends spricht mit ihren Gästen über Tierstimmen, Klänge und die Aufnahme von Kontakt durch Klang.
Mit: Kuratorin Jessica Ullrich und Kurator Martin Ullrich; Ute Hörner und Mathias Antlfinger vom Interspezies-Kollektiv CMUK sowie Peter Holzkorn und Anna Weiss vom Ars Electronica Futurelab über ihr Projekt Corpus Corax.
museum-sinclair-haus.de/podcast und auf Spotify
StadtBibliothek Bad Homburg
In der Stadtbibliothek steht während der Ausstellung eine begleitende Buchauswahl zur Verfügung. wwwopac.bad-homburg.de